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Mythos, Kunst & Carbochemie - Willkommen bei black-tech

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black-tech ist der Ort, an dem sich Kunst und Industrie berühren. Elektronische Musik, Zeichnung, Malerei und Fotografie verbinden sich mit der Ästhetik der Kokereien, der eisenschaffenden Industrie und den imaginären Räumen einer Zukunft, zwischen Astronomie und Maschinenklang.

Klang, Bild und Technik greifen ineinander wie Zahnräder und öffnen neue Perspektiven auf industrielle Geschichte und Gegenwart. Die Inhalte dieser Seite wachsen fortlaufend wie ein lebendiges Archiv einer Kultur, die oft übersehen wird.

Ein Plädoyer für einen unterschätzten Grundpfeiler der Industrie

Kokereien gelten in der öffentlichen Debatte häufig als Relikte einer vergangenen Epoche. Wer die imposanten Anlagen sieht: die Kokskohlentürme, die Bandbrücken, das verzweigte Rohrgeflecht der Kohlenwertstoffanlagen, die aufsteigenden Dampfwolken und die charakteristischen Klänge der Füll- und Löschwagen, urteilt schnell. Doch hinter dieser rauen Erscheinung liegt eine der präzisesten Ingenieursleistungen unserer Zeit und ein Fundament, auf dem unser moderner Alltag ruht.

Das Paradoxon unseres Komforts

Wir leben in einer Gesellschaft, die den schnellen Abschied von Kohle fordert, aber gleichzeitig die Produkte voraussetzt, die ohne sie nicht existieren würden. Schienen, Brücken, Fahrzeuge, die Rotoren von Windkraftanlagen: Stahl bleibt das Rückgrat der Moderne.

Die Direktreduktion mit Wasserstoff wird als Heilsversprechen gehandelt, doch die physikalische Realität ist komplex:

Die Mengenfrage: Die benötigten Volumina an rein grünem Wasserstoff sind astronomisch.

Der energetische Fußabdruck: Seine Erzeugung verschlingt Energie in gigantischem Maßstab und würde Landschaften mit Windkraftanlagen überziehen: ein Eingriff, über den selten offen gesprochen wird.

Technologischer Wandel ist notwendig. Aber er darf nicht auf Wunschbildern basieren. Ein realistischer Übergang braucht Jahrzehnte des Parallelbetriebs, statt funktionierende Hochöfen und Kokereien vorschnell zu demontieren. Solange die grüne Alternative überwiegend theoretisch bleibt, trägt der klassische Hochofenweg mit hochwertigem Koks weiterhin die industrielle Last.

Resource, Not Waste

Moderne Kokereien sind keine rußenden Hinterhofanlagen des 19. Jahrhunderts. Sie sind hochkomplexe Kreislaufsysteme. Koksgas und Steinkohlenteer sind wertvolle Quellen für Aromaten und Wasserstoff: Stoffe, die synthetisch nur unter extremem Energieaufwand herstellbar wären.

Verbundkokereien wie die Kokerei Schwelgern zeigen mit Einzelkammerdruckregelung, dass High-Tech und Emissionsschutz sich nicht ausschließen, sondern präzise ineinandergreifen.

Warum diese Seite existiert

black-tech.de ist kein industrieller Lobbyismus. Diese Plattform ist aus über 30 Jahren autodidaktischer Leidenschaft entstanden: unabhängig, frei, getragen von Neugier und Nähe zu einer Industriekultur, die mich seit meiner Kindheit begleitet.

Vor allem aber ist sie Ausdruck meiner besonderen Nähe zu Kokereien - ihrer Ästhetik, ihrer Logik, ihrer Atmosphäre: technisch faszinierend, visuell überwältigend, emotional vertraut.

Sie ist eine visuelle und akustische Dokumentation einer Welt, die weit mehr ist als ihr Ruf. Eine Einladung, genauer hinzusehen.

 

Industrie wird Klang.

Ein Besuch auf einer Kokerei hinterlässt Eindrücke, die sich nicht abstreifen lassen: der Feuerschein beim Koksdrücken, die komplexen Maschinen und ihre besondere Faszination, die vier klassischen Elemente der alten Naturphilosophie vereint in einem Werk. Aus diesen Eindrücken entstehen meine elektronischen Kompositionen: Klangarchitekturen, die industrielle Texturen, futuristische Räume und Klänge der Anlagen miteinander verweben.
 
Auf meiner Website black-tech Music finden sich ausführliche Einblicke in diese Arbeiten: von atmosphärischen Soundscapes bis zu industriell geprägten Kompositionen.

Last release:

"You", ein Electronica Downtempo mit 90 BPM in c-Moll, zeichnet sich durch einen tiefen Subbass und eine druckvolle Kickdrum aus. Im Vergleich zu meinen vorherigen Veröffentlichungen, die sich ausschließlich auf bestimmte Industrieanlagen oder Maschinen konzentrierten, wie beispielsweise das "Hüttenwerke Oberhausen" oder die Wascher einer Kokerei, verfügt "You" über eine subtile, menschliche Note und damit eine ganz eigene Präsenz innerhalb seiner industriellen Atmosphäre.

Artwork

Meine zeichnerische und malerische Arbeit entsteht aus der Faszination für die Schwerindustrie, besonders für Kokereien. Ihre monumentalen Strukturen, ihre technische Komplexität, ihre Logik und Kausalität sowie ihre eigene Ästhetik bilden den Ausgangspunkt meiner Bilder.

Dabei geht es nicht nur um das Sichtbare, sondern um Atmosphäre, Erinnerung und Identität. Die Werke sind Ausdruck einer Nähe zu einer Kultur, die heute fast verschwunden ist aber in mir weiterlebt.
 
"Zeichnungen/Malerei"







Kokereien und Hüttenwerke im Ruhrgebiet

Der Bergbau ist Geschichte. Doch es gibt sie noch, die Orte der Schwerindustrie:

Duisburg mit thyssenkrupp Steel, HKM und die Kokereien Schwelgern und HKM. Bottrop mit der Kokerei Prosper.

Schwerindustrie in Oberhausen

Meine Heimat, meine Kindheit: in Frintrop groß geworden in der Nähe des Hüttenwerkes Oberhausen. Meine frühsten Kindheitserinnerungen: die Kühltürme an der Essener Straße, nachts der rote Himmel und die Geräusche der Hütte. mehr...

im alten Oberhausen
Oberhausen, wie es mal war
(© Sammlung Barz/Berg)

Schwerindustrie in Dusiburg

Heute ist Duisburg der einzige Standort, wo man noch Schwerindustrie erleben kann. Duisburg ist europäischer Stahlstandort Nummer Eins. Hier ist auch der Standort der hochmodernen Kokerei Schwelgern und der Kokerei HKM.

im Walzwerk, thyssenkrupp steel
Im Walzwerk, thyssenkrupp steel
(© Sammlung Barz/Berg)

  Schienenverkehr

Straßenbahnen im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet verfügte einst über das größte zusammenhängende meterspurige Straßenbahnnetz Europas. Verbindungen führten quer durch die Region - von Herten über Gelsenkirchen, Bochum bis nach Witten fahren, von Recklinghausen bis nach Oberhausen. Die Straßenbahn war über Jahrzehnte ein zentrales Verkehrsmittel für die Industriearbeiter und prägte den Alltag der Region.
 
Heute ist das Netz deutlich reduziert, einige Betriebe wurden vollständig stillgelegt. Dennoch lohnt sich eine Straßenbahnfahrt durch das Ruhrgebiet weiterhin: Sie eröffnet besondere Perspektiven auf Stadt, Industrie und Geschichte. Weiterführende Informationen, Buchpublikationen sowie Nachdrucke historischer Linien- und Gleispläne finden sich beim SBB-Verlag Dortmund, für dessen Buchprojekte ich historische Fotografien koloriert habe.


Plan der Gleisanlagen


 
Miezi mit Brunsviga 13 ZK

 
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Michaela Barz-Berg, 05.2002 - 2026